Der „Ehren“-Mord an Hatun Sürücü jährt sich am 7. Februar 2016 zum elften Mal

Gedenkstein des "Ehren"-Mordopfers Hatun Sürücü in Berlin. Foto: © TERRE DES FEMMESGedenkstein des "Ehren"-Mordopfers Hatun Sürücü in Berlin. Foto: © TERRE DES FEMMESAm 07.02.2005 wurde die Deutsch-Türkin Hatun Sürücü mit 23 Jahren von ihrem jüngeren Bruder auf offener Straße in Berlin-Tempelhof erschossen. Sie wollte ein freies und selbstbestimmtes Leben führen und hat damit bewusst gegen die strengen Regeln und tradierten Ehrvorstellungen ihrer Familie verstoßen. Durch den Mord wollte der Täter die Ehre der Familie retten.

Am Sonntag, den 7. Februar 2016 wird es eine Gedenkveranstaltung am Tatort in der Berliner Oberlandstraße geben. Mit kurzen Redebeiträgen werden die Bezirksbürgermeisterin von Tempelhof-Schöneberg, Angelika Schöttler, die Berliner Senatorin für Arbeit, Integration und Frauen, Dilek Kolat, und die Koordinatorin des Berliner Arbeitskreises gegen Zwangsverheiratung, Petra Koch-Knöbel, an Hatun Sürücü erinnern.

Noch immer vergeht kaum ein Monat, in dem die Medien nicht über einen „Ehren“-Mord berichten. Es ist wichtig, dass die TäterInnen berstraft werden. Daher sendet der am 26. Januar in Istanbul begonnene Prozess gegen zwei Brüder Hatun Sürücüs ein wichtiges Signal, dass Morde nicht ungesühnt bleiben – nicht in Deutschland und nicht im Ausland.

Hatun Sürücü musste sterben, weil sie sich aus einer Zwangsverheiratung befreit hatte. Zum Zeitpunkt der Heirat war sie erst 15 Jahre alt. Wie ihr ergeht es vielen Mädchen, die minderjährig verheiratet werden. TERRE DES FEMMES hat deshalb eine Unterschriftenaktion gestartet, mit der die Bundesregierung aufgefordert wird, das gesetzliche Mindestheiratsalter auf 18 Jahre festzulegen, ohne Ausnahme. Bis zum 30. April 2016 kann die Petition noch online unterschrieben werden.

 

Stand: 02/2016

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