Trauermarsch für Arzu Özmen am 21.01.2012 in Detmold

Arzu Özmen (18), die seit November letzten Jahres verschwunden war, wurde tot auf einem Golfplatz gefunden. Sie hatte sich in den deutschen Alexander (20) verliebt. Obwohl die Familie als in Deutschland gut integriert galt, wurde diese Beziehung der jungen Kurdin von ihrer jesidischen Familie nicht akzeptiert, da dies die „Ehre“ der Familie verletzte.

Arzu ÖzmenArzu floh daraufhin im August in ein Frauenhaus. Als sie am 1. November 2011 bei ihrem Freund übernachtete, drangen vier ihrer Brüder bewaffnet in die Wohnung ein und verschleppten sie. Nun wurde sie tot aufgefunden – wahrscheinlich ein weiterer "Ehren"-Mord. Die vier Brüder und eine Schwester befinden sich unter dringendem Tatverdacht in Untersuchungshaft. TERRE DES FEMMES wird den Prozess genauestens verfolgen.

Der Fall macht deutlich, dass mitten in Deutschland jungen Frauen noch immer das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben verwehrt wird.

Es zeigt außerdem, dass Frauenhäuser und andere Zufluchts- und Beratungsstelle von größter Notwendigkeit sind, da sie oft die letzte Möglichkeit für bedrohte bzw. betroffene Frauen darstellen.

Am Samstag, den 21.01.2012, fand deshalb ein Trauermarsch für Arzu Özmen mit anschließender Kundgebung in Detmold statt.
Mehrere hundert Menschen haben sich daran beteiligt und somit Abschied von Arzu genommen, aber auch ein Zeichen gegen die Gewalt von "Ehren"-Morden gesetzt.

Fotos dazu können Sie in dem Artikel der Lippischen Landes-Zeitung sehen.

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