Meldungen aus Politik und Recht: Jordanische Rechtsexperten gegen rechtliche Sonderstellung von Ehrverbrechen

Jordanien
10.07.2009
Amman. Das jordanische Recht ermöglichte es bisher, Verbrechen, die begangen wurden, um die "Familienehre" wiederherzustellen mit geringen Strafen zwischen drei Monaten und zwei Jahren zu ahnden.

Laut Jordan Times haben sich nun Rechtsexperten und religiöse Vertreter gegen diese Sonderbehandlung ausgesprochen. Die Zeitung zitiert den jordanischen Justizminister: "Ein Verbrechen bleibt ein Verbrechen. Alle sind vor dem Gesetz gleich." Der Minister wurde von dem islamischen Gelehrten Abdul Rahman unterstützt, der "Ehren"-Morde als unislamisch erklärte.
In Jordanien werden offiziell jährlich 15 bis 20 Ehrverbrechen gemeldet. 2007 war in Jordanien ein 30 Jahre alter ägyptischer Bauarbeiter, der seine drei Jahre jüngere Frau erdrosselt hatte, zu sechs Monaten Haft verurteilt worden.  Die Ehefrau hatte angeblich ein Verhältnis mit einem 17-Jährigen gehabt.
Die Autopsien der für die Familienehre getöteten Frauen hätten offen gelegt, dass die meisten noch ein intaktes Hymen hatten, so der Leiter des Nationalen Instituts für Forensik, Momen Hadidi.
(Quellen: jordantimes.com und nah-ost.info vom 10. 07. 2009)

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