Urteil im Prozess gegen Arzu Özmens Vater

Am 04.02.2013 wurde das Urteil gegen Fendi Özmen, den Vater der ermordeten Arzu Özmen, verkündet. Er wurde zu sechs Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Das Landgericht Detmold befand den 53-jährigen Fendi Özmen der Beihilfe zum Mord für schuldig.

TERRE DES FEMMES begrüßt ausdrücklich die Entscheidung des Gerichts. Nun wurde auch die Person schuldig gesprochen, die moralisch die Verantwortung an diesem „Ehren“-Mord trägt. TDF befürwortet ebenfalls, dass das Oberlandesgericht Hamm das Gericht angewiesen hat, die Anklage gegen die Mutter von Arzu Ö. wegen Körperverletzung zuzulassen.Arzu war am 01.11.11 von ihren fünf Geschwistern entführt und von ihrem Bruder Osman erschossen worden. Ihr Schicksal hatte große Bestürzung ausgelöst und somit eine Debatte über Fälle so genannter Ehrenmorde in Deutschland angestoßen.

 

Arzu ÖzmenInsgesamt waren vier Verhandlungstage angesetzt, die Anklage warf dem Vater Anstiftung zum Mord vor. Dafür drohte ihm lebenslange Haft. F. Özmen gab zu, Arzu im Sommer 2011 wegen einer Liebesbeziehung zu einem Nicht-Jesiden geschlagen zu haben, bestritt aber, seine Kinder zum Mord angestiftet zu haben. Weitere Aussagen verweigerte er.

Verschiedene Zeugenaussagen von Arzus Freunden und Bekannten sowie von Beamten, die in der Tatnacht nach Arzu gesucht haben, ließen allerdings Zweifel an der Darstellung des Vaters aufkommen.

Bereits im Mai 2012 wurden die Urteile gegen die Geschwister von Arzu Özmen verkündet. Osman wurde wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Die anderen vier Geschwister bekamen 10 Jahre bzw. fünf Jahre und sechs Monate.

TERRE DES FEMMES hatte zusammen mit peri e.V. den Prozess begleitet. Eine ausführliche Gerichtsbeobachtung finden Sie auf www.peri-ev.de.

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