"Zwangsverheiratung erkennen – richtig handeln“: Workshops für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Behörden in Baden-Württemberg

TERRE DES FEMMES bietet ab September 2013 bis Februar 2014 erneut insgesamt zehn kostenlose Fortbildungen für BehördenmitarbeiterInnen zum Thema „Gewalt im Namen der Ehre/ Zwangsverheiratung“ an. Bereits in den Jahren 2010 bis 2012 führte TERRE DES FEMMES diese  vielfach nachgefragte Workshop-Reihe mit jeweils zehn Veranstaltungsterminen in unterschiedlichen Städten Baden-Württembergs durch. Gefördert werden diese Veranstaltungen vom Ministerium für Integration des Landes Baden-Württemberg.

Ein abgeschlossener Workshop dauert einen Tag und wird jeweils an einem Freitag in folgenden Städten angeboten:

  • Friedrichshafen
  • Göppingen
  • Heilbronn
  • Lörrach
  • Mannheim
  • Pforzheim
  • Rastatt
  • Reutlingen
  • Stuttgart
  • Villingen-Schwenningen

Sobald die Termine feststehen, werden sie an dieser Stelle bekanntgegeben. Einladungen und eine Workshop-Beschreibung werden über den Behördenverteiler verschickt. Falls Sie uns eine kurze Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! mit Ihrer Adresse und Behörde schreiben, schicken wir Ihnen gerne direkt eine Einladung zu.

 

Hintergrund des Projekts

Workshopsituation. Foto: © Sandra Stopper.Workshopsituation.
Foto: © Sandra Stopper.
Zwangsverheiratung ist eine Menschenrechtsverletzung und in der Regel eingebettet in einen Kontext struktureller familiärer Gewalt. In Deutschland, so eine aktuelle Studie des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, waren im Jahr 2008 3.440 Personen von Zwangsverheiratung betroffen – ungezählt sind all die Fälle, die nicht angezeigt wurden.

Mädchen und junge Frauen, deren Selbstbestimmungsrecht durch ihre familiäre Struktur massiv eingeschränkt wird, wenden sich häufig an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Ämtern, Behörden oder auch der Schulsozialarbeit, um Hilfe zu erhalten. Nicht selten sind sie die einzigen Anlaufstellen, die die betroffenen Frauen alleine aufsuchen können, ohne von der eigenen Familie kontrolliert zu werden.

Die Beschäftigten in Standesämtern, Jobcentern oder Jugendämtern wiederum spüren oft z.B. bei einem Heiratsaufgebot, dass „etwas nicht stimmt“, wissen aber nicht, wie sie den jungen Frauen Hilfe anbieten können. Die Workshops vermitteln den Teilnehmenden Kenntnisse darüber, wie Zwangsverheiratung erkannt und die Mädchen und jungen Frauen besser beraten und ihnen in ihrer verzweifelten Lage geholfen werden kann. Denn durch das Wissen um Zusammenhänge und das Kennen von Beratungsstellen mit Hilfsangeboten werden BehördenmitarbeiterInnen in die Lage versetzt, Situationen besser einschätzen und entsprechend handeln zu können.

Die Workshops fördern außerdem die Vernetzung und Kooperation verschiedener Ämter und Behörden sowie Verwaltungsebenen vor Ort.

 

Aufbau der Workshops

Workshop im November 2012 in Konstanz.  Foto: © Sandra Stopper.Workshop im November 2012 in Konstanz.
Foto: © Sandra Stopper.
Die von TDF angebotenen Workshops, vermitteln zum einen Kenntnisse über das soziale und kulturelle Umfeld, in dem Gewalt im Namen der Ehre entstehen kann und welche Wertvorstellungen dem zugrundeliegen. Zum anderen werden praktische Erfahrungen der Teilnehmenden verarbeitet, Abläufe innerhalb der Behörde  überprüft sowie Handlungsempfehlungen zur Verfügung gestellt. Diese Handlungsempfehlungen sind in einer Broschüre zusammengestellt, die die Teilnehmenden, zusammen mit anderen Materialien in einer Tagungsmappe erhalten.
Am Vormittag erfahren die Teilnehmenden in einem theoretischen Impulsreferat Ursachen und Hintergründe des Auftretens von Gewalt im Namen der Ehre und haben anschließend die Möglichkeit zur Diskussion.

Am Nachmittag werden in Kleingruppen Fallbeispiele bearbeitet und gelöst, die im gemeinsamen Plenum besprochen werden, außerdem stellen VertreterInnen einer örtlichen Beratungsstelle ihre Institution vor.

 

Weitere Informationen zu den Workshops

Workshop im September 2012 in Reutlingen.  Foto: © Sandra Stopper.Workshop im September 2012 in Reutlingen.
Foto: © Sandra Stopper.
Teilnehmen können MitarbeiterInnen von Ämtern und Behörden sowie aus der Schulsozialarbeit in Baden-Württemberg. Pro einzelner Behörde können sich bis zu zwei Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anmelden. Die Workshops sind kostenlos und finden immer an einem Freitag von 9:30 bis 16:00 Uhr statt. Die genauen Termine sowie die Veranstaltungsorte werden über einen Verteiler (oder auf Wunsch direkt per Mail) verschickt.

Interessierte werden gebeten, sich für einen Workshop in ihrer Region anzumelden, damit eine möglichst enge Vernetzung verschiedener Behörden und Verwaltungsebenen vor Ort möglich ist.

Bei Fragen kontaktieren Sie bitte die Projektkoordinatorin:
Sandra Stopper
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Tel.: 0170/ 8092282

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