Aktuelles

Prozess gegen die Brüder von „Ehren“-Mordopfer Hatun Sürücü geht am 11. Oktober 2016 weiter

Hatun Sürücü wurde am 07. Februar 2005 auf offener Straße in Berlin-Tempelhof von ihrem jüngeren Bruder erschossen. Die 23-Jährige musste sterben, weil sie ein freies und selbstbestimmtes Leben führen wollte. Sie hatte sich aus einer Ehe befreit, zu der sie im Alter von 15 Jahren gezwungen wurde. Damit verstieß sie gegen die strengen Regeln ihrer Familie und beschmutzte nach deren Verständnis die Familienehre.

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Interaktives Theaterstück zum Thema Gewalt gegen Mädchen und Frauen im Kontext von Flucht startet im Oktober 2016

Tobias Gerstner und Canan Kir von "Mensch:Theater". Foto: © "Mensch: Theater!"Tobias Gerstner und Canan Kir von "Mensch:Theater".
Foto: © "Mensch: Theater!"
Von Oktober 2016 bis Januar 2017 wird das Theaterstück „Mein Weg. Mein Glück. Mein Ziel! Der Start in (m)ein neues Leben“ an 12 Schulen in Baden-Württemberg aufgeführt – Ein Theaterstück zur Sensibilisierung gegen Gewalt an Mädchen und Frauen im Kontext von Flucht. Das Theaterprojekt ist eine Kooperation von TERRE DES FEMMES mit dem Theaterensemble „Mensch: Theater!“ und der mobilen Beratungsstelle Yasemin.

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Internationaler Mädchentag: TERRE DES FEMMES fordert bessere Maßnahmen für minderjährige Ehefrauen

Im Rahmen des 2-jährigen Schwerpunktes „STOP Frühehen!“ hat TERRE DES FEMMES am 25.11.2015 eine Hochzeitszeremonie vor dem Brandenburger Tor inszeniert. Foto: © Uwe Steinert/TERRE DES FEMMES Im Rahmen des 2-jährigen Schwerpunktes „STOP Frühehen!“ hat TERRE DES FEMMES am 25.11.2015 eine Hochzeitszeremonie vor dem Brandenburger Tor inszeniert. Foto: © Uwe Steinert/TERRE DES FEMMES Jedes Jahr am 11. Oktober wird daran erinnert, welchen besonderen Benachteiligungen Mädchen auf der ganzen Welt ausgesetzt sind. Wir nehmen das zum Anlass, um von der Bundesregierung nochmals dringend bessere Maßnahmen für minderjährige Ehefrauen einzufordern (Pressemitteilung vom 06.10.16). Minderjährige Ehefrauen müssen gleich behandelt werden wie minderjährige unbegleitete Flüchtlinge, denn auch sie sind unbegleitet. Sie haben keine sorgeberechtigten Eltern, die für sie entscheiden können. Sobald minderjährige Verheiratete durch das BAMF registriert werden, muss das Familiengericht eingeschaltet werden, das einen vorläufigen Vormund bestellt und das Jugendamt involviert. TERRE DES FEMMES ist besorgt, dass weder regelmäßig das Jugendamt informiert noch das Familiengericht eingeschaltet wird. Hierzu muss es eine Verpflichtung geben. Außerdem ist zum Schutz und Wohl der Mädchen eine Sensibilisierung von Fachkräften und (ehrenamtlichen) UnterstützerInnen nötig. Darum wird TERRE DES FEMMES ab 2017 Fortbildungen dazu für ehren- und hauptamtliche MitarbeiterInnen von u. a. Erstaufnahmeeinrichtungen in Berlin anbieten.

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Einladung: Ausstellung zum Thema „Ehren“-Morde in Deutschland

Die Künstlerin Uta Gruber-Ballehr möchte das Bewusstsein in würdevoller und ästhetischer Weise auf das schwierige Thema „Ehren“-Morde lenken. Ihre Installation thematisiert die Zeit von 2005 bis heute.

Uta Gruber-Ballehr hat Namen und Daten auf chinesisches Joss Paper (Totengeld) geschrieben und die einzelnen Blätter auf einer Wand angeordnet. Dabei entsteht eine erschreckende große Fläche.

Die Papiere sollen am Ende der Ausstellung einzeln verbrannt werden, um so den misshandelten Seelen ein Opfer darzubringen.

Vernissage: Donnerstag, 17. September 2015, 19 Uhr
Öffnungszeiten: Samstags 14 -18 Uhr, Sonntags 11 – 16 Uhr
Adresse: BBK (Bund Bildender Künstlerinnen Württemberg), Eugenstr. 17, 70182 Stuttgart.
Dauer: 17. September bis 4. Oktober 2015

Homepage: http://www.ballehr.eu

TERRE DES FEMMES veranstaltete eine Podiumsdiskussion zum Thema Frühehen

Im Rahmen der TERRE DES FEMMES-Kampagne „STOP Frühehen“ diskutierten am 29. Mai 2015 vier Expertinnen über die Zwangsverheiratung Minderjähriger und beleuchteten dabei das Problem aus verschiedenen Perspektiven. Moderiert wurde die Veranstaltung von Sharon Adler.

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Bitte unterschreiben: Unterschriftenaktion „Frühehen stoppen – Bildung statt Heirat!“

TERRE DES FEMMES hat zum Internationalen Mädchentag eine Unterschriftenaktion gestartet, mit der sie die Bundesregierung auffordert, sich für ein Ende von Frühehen einzusetzen. Jeden Tag werden weltweit 39.000 Mädchen vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet.

Auch in Deutschland ist es möglich, bereits mit 16 Jahren zu heiraten. Erstunterzeichnende der Petition sind u.a. Schauspielerin Sibel Kekilli, TV-Moderatorin Nazan Eckes, der Deutsche Kinderschutzbund und AMNESTY INTERNATIONAL.

Weitere Infos sowie die Möglichkeit, online zu unterschreiben, gibt es auf der Webseite: www.frauenrechte.de/stop-fruehehen

 

Aktuelle Ausgabe des TERRE DES FEMMES-Newsletters zu Zwangsheirat und Gewalt im Namen der Ehre mit dem Schwerpunkt "Frühehen"

"Frühehen bannen - Kinderrechten Geltung verschaffen" lautet der Brennpunkt unseres neuesten Newsletters. Dazu hat TERRE DES FEMMES-Expertin Monika Michell ein Interview gegeben. Das Referat Gewalt im Namen der Ehre arbeitet seit Oktober 2014 unter dem Motto "STOP Frühehen" verstärkt zu der Problematik.

Newsletter Zwangsheirat und Gewalt im Namen der Ehre 1/2015 (PDF-Datei)

Der „Ehren“- Mord von Morsal Obeidi jährt sich zum siebten Mal

Mahnwache aus dem Jahr 2008. Foto: © TERRE DES FEMMESGedenkstein des "Ehren"-Mordopfers Hatun Sürücü in Berlin. Foto: © TERRE DES FEAm 15. Mai 2008 wurde die Deutsch-Afghanin Morsal Obeidi im jungen Alter von 16 Jahren von ihrem Bruder Ahmad mit 23 Messerstichen in Hamburg getötet. Grund für diesen schrecklichen Mord war Morsals Auflehnung gegenüber dem strikten „Ehrenkodex“ und der patriarchalischen Lebensvorstellungen ihrer Familie. Sie musste sterben, weil sie ein freies und selbstbestimmtes Leben führen wollte.

Schon lange vor diesem tragischen Ereignis kam es in der Familie Obeidi zu gewalttätigen Konflikten, vor allem mit ihrem Vater und ihrem Bruder. Schon im November 2006 verprügelte Ahmad seine Schwester brutal und verletzte sie dabei schwer. Im Jahr 2007 wurde Morsal sogar für neun Monate nach Afghanistan zu ihren Verwandten geschickt, um sie wieder auf den „richtigen Weg“ zu bringen. Die letzten zweieinhalb Jahre ihres kurzen Lebens floh Morsal immer wieder in Einrichtungen der Kinder- und Jugendnothilfe. Allerdings war der Wunsch nach Liebe und Akzeptanz so groß, dass Morsal die Verbindung zu ihrer Familie nie endgültig abbrechen konnte. Dieser Wunsch kostete ihr schließlich das Leben.

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Betroffene erzählen ihre Geschichte – im Magazin der Süddeutschen Zeitung

Anina und ihr deutscher Freund Philipp müssen fliehen. Aninas albanische Familie bedroht sie mit dem Tod, weil sie mit der Beziehung die Ehre der Familie beschmutzt. Sie wendet sich an die TERRE DES FEMMES-Beratungsstelle und wird von unseren Beraterinnen aus der Ferne per Telefon und Chat auf ihrer Flucht, hin zu einem selbstbestimmten Leben begleitet. Aninas und Philipps Geschichte können Sie im SZ-Magazin nachlesen.

Beratungsstellenfinder
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