Aktuelles

TERRE DES FEMMES kritisiert die Anerkennung der Ehe einer 14-Jährigen

Das Oberlandesgericht Bamberg hat entschieden, dass die Eheschließung einer damals 14-jährigen Syrerin mit ihrem sechs Jahre älteren Cousin rechtswirksam ist. Das OLG Bamberg sprach der nun 15-Jährigen damit zu, selbst entscheiden zu können, wo sie sich aufhalten möchte. In diesem Punkt widersprach das OLG Bamberg der ersten Instanz, dem Familiengericht Aschaffenburg. Das dortige Jugendamt hatte für das minderjährige Mädchen als Vormund bestimmt, dass sie getrennt von ihrem „Ehemann“ untergebracht wird. Dagegen legte dieser Beschwerde ein und in zweiter Instanz wurde die Ehe anerkannt (Beschl. v. 12.05.2016, Az. 2 UF 58/16, PDF-Datei). TERRE DES FEMMES protestiert scharf gegen die Anerkennung der Minderjährigenehe und begrüßt, dass die Politik endlich die notwendigen Schritte in Angriff nehmen möchte, die solche Entscheidungen obsolet werden lassen: Die Festlegung des Mindestheiratsalters in Deutschland auf 18 ohne Ausnahme sowie die Nichtanerkennung von im Ausland geschlossenen Ehen mit Minderjährigen.

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30.05.2016: Filmvorführung „Sonita“ mit Podiumsdiskussion in Berlin

Der Deutsche Frauenring Landesverband Berlin präsentiert in Kooperation mit dem Moviemento den Film "Sonita".

Der Film zeigt mit dokumentarischen Mitteln das Leben der jungen Sonita aus Afghanistan, die in Teheran als Flüchtling lebt. Er begleitet die 18jährige bei ihrem Kampf gegen die Verheiratung und auf dem Weg zur Verwirklichung ihres Traumes, Sängerin zu werden.

Anschließenden gibt es eine Podiumsdiskussion zu "Zwangsheirat" mit folgenden Gästen:

  • Dr. Halima Alaiyan (Talat-Alaiyan-Stiftung)
  • Petra Koch-Knöbel (Gleichstellungsbeauftragte Friedrichshain-Kreuzberg und Mitglied der AG Zwangsheirat)
  • Julia Alexa Barde (TERRE DES FEMMES e.V.)

Moderation: Marion Böker (Deutscher Frauenring e.V.)

Eintritt: 6 €
Datum:  30.05.2016  um 19:30 Uhr
Ort: Moviemento, Berlin-Kreuzberg, Kottbusser Damm 22, 10967 Berlin
VeranstalterInnen: Deutsche Frauenring Landesverband Berlin

Der „Ehren“- Mord an Morsal Obeidi jährt sich zum achten Mal

Grab von Morsal ObeidiAm Sonntag, den 15. Mai 2016, jährt sich zum achten Mal der Mord an der damals 16-jährigen Morsal Obeidi in Hamburg. Die Deutsch-Afghanin wurde von ihrem Bruder Ahmad mit 23 Messerstichen getötet. Morsal wollte sich den patriarchalischen Lebensvorstellungen ihrer Familie nicht beugen und ein selbstbestimmtes Leben führen. Wegen ihres "westlichen" Lebensstils kam es immer wieder zu gewalttätigen Konflikten mit ihrer Familie, insbesondere mit ihrem Bruder Ahmad und ihrem Vater. Die letzten zweieinhalb Jahre floh sie mehrfach in Einrichtungen der Kinder- und Jugendnothilfe. Der Mord an Morsal Obeidi ist der Abschluss einer langen Leidensgeschichte. Am 13. Februar 2009 hat das Hamburger Landgericht Ahmad Obeidi wegen heimtückischen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt.

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Prozess gegen die Brüder von Hatun Sürücü geht weiter

Am Donnerstag, den 28. April 2016 wird der Prozess gegen die zwei Brüder von Hatun Sürücü fortgesetzt. Hatun Sürücü wurde am 07. Februar 2005 auf offener Straße ermordet. Verurteilt wurde damals nur der jüngste Bruder, Ayhan Sürücü, der die Tat gestanden hatte. Er habe den westlichen Lebensstil seiner Schwester abgelehnt und mit dem Mord die Ehre seiner Familie wiederherstellen wollen.

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Zwangsverheiratungen in Deutschland: Bundesregierung offenbart erschreckende Erkenntnislücken

Am 26.02.2016 hat die Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen vom 27.01.2016 geantwortet (Bundestagsdrucksache 18/7749, PDF-Datei). Unter dem Titel „Zwangsverheiratungen in Deutschland“ hatte die grüne Bundestagsfraktion einen umfangreichen Fragenkatalog eingereicht, der die Wirkungen des 2011 in Kraft getretenen Zwangsheirat-Bekämpfungsgesetzes sowie die Maßnahmen im Bereich Opferschutz eruieren sollte. Das betraf neben dem Straf- auch das Aufenthaltsrecht sowie Schutz- und Präventionsarbeit im Hinblick auf spezielle Zielgruppen (Jungen, Eltern, LGBT, Paare).

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Der „Ehren“-Mord an Hatun Sürücü jährt sich am 7. Februar 2016 zum elften Mal

Gedenkstein des "Ehren"-Mordopfers Hatun Sürücü in Berlin. Foto: © TERRE DES FEMMESGedenkstein des "Ehren"-Mordopfers Hatun Sürücü in Berlin. Foto: © TERRE DES FEMMESAm 07.02.2005 wurde die Deutsch-Türkin Hatun Sürücü mit 23 Jahren von ihrem jüngeren Bruder auf offener Straße in Berlin-Tempelhof erschossen. Sie wollte ein freies und selbstbestimmtes Leben führen und hat damit bewusst gegen die strengen Regeln und tradierten Ehrvorstellungen ihrer Familie verstoßen. Durch den Mord wollte der Täter die Ehre der Familie retten.

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Neuer Bericht der Vereinten Nationen zu Fortschritten im Kampf gegen Frühverheiratungen – Einreichungen bis 5. Februar möglich

Im April 2014 erschien ein Bericht des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte zur Prävention und Abschaffung von Kinder- Früh- und Zwangsehen, „Preventing and eliminating child, early and forced marriage“ (PDF). Für diesen Bericht hatten Mitgliedsländer, UN-Organisationen, NGOs und weitere relevante Akteure Stellungnahmen eingereicht, darunter auch TERRE DES FEMMES.

Nun soll ein weiterer Bericht erarbeitet werden, der die Fortschritte im Kampf gegen Frühverheiratungen seit dem letzten Bericht eruieren soll. Bis 5. Februar können erneut Stellungnahmen eingereicht werden.

TERRE DES FEMMES wird die Möglichkeit wahrnehmen, auf immer noch bestehende gesetzliche Lücken in Deutschland hinzuwiesen, wie z.B. auf die Möglichkeit, schon vor Vollendung des 18. Lebensjahres zu heiraten, wenn das Familiengericht zustimmt. Dazu läuft aktuell auch unsere Unterschriftenaktion „Frühehen stoppen – Bildung statt Heirat!“, mit der wir von der Bundesregierung die Dursetzung eines Mindestheiratsalters von 18 sowie begleitende Präventionsmaßnahmen fordern. Bis Ende April kann man sich an der Aktion noch beteiligen.

Weitere Projektphase unseres Schultheaters „MEIN LEBEN. MEINE LIEBE. MEINE EHRE?“ mit großem Erfolg abgeschlossen

Von Juli bis Dezember 2014 haben an baden-württembergischen Schulen 20 Aufführungen des interaktiven Theaterstücks „Mein Leben. Meine Liebe. Meine Ehre?“ stattgefunden – ein Theaterstück gegen Gewalt im Namen der Ehre und Zwangsheirat. Das Theaterprojekt ist eine Kooperation von TERRE DES FEMMES mit dem Theaterensemble „Mensch: Theater!“ und der mobilen Beratungsstelle Yasemin.

Aufgrund der großen Nachfrage wurde das Stück nochmals in 10 Schulen aufgeführt, von Oktober 2015 bis Februar 2016. Am 2. Februar findet die letzte Aufführung in Tübingen statt. Gefördert wird das Projekt durch das Ministerium für Integration Baden-Württemberg.

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Zwei wichtige Urteile zu Gewalt im Namen der Ehre gefällt

Am 01.12.2015 wurden zwei wichtige Urteile zu Zwangsheirat und „Ehren“-Mord verkündet. Wir hoffen, dass beide Urteile ein Signal an potentielle TäterInnen sind, dass Gewalt im Namen der Ehre in Deutschland nicht akzeptiert wird.

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